Corona

Mit der bitte um Weiterleitung und Weitergabe….Danke! 

Liebe Leser,

Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond.

(Mascha Kaleko, Lyrikerin)

So las ich es vor ein paar Tagen im diesjährigen Fastenkalender. Ja, es gibt viel Furcht und viele Ängste in diesen Tagen, die so noch keiner von uns erlebt hat. Wie lange wird uns das Virus in seinem Griff haben?  Bleibt die Versorgung stabil?  Welche Folgen hat das für das Gemeinwesen, die Wirtschaft? Verliere ich meinen Job?  Wie wird die Zukunft aussehen?…..

Aber was wäre, wenn ich die erzwungene Fastenzeit nicht als belastende Einschränkung erleben, sondern als „Geschenk“ entdecken würde, um mir selbst und Gott in meinem Leben auf die Spur zu kommen? Ich könnte mir täglich Zeit nehmen zum Gebet, zur Meditation….. Die Glocken laden mich dazu ein, mittags um 11.00 oder um 12.00 oder abends um 18.00. Viele verbinden derzeit mit dem Glockenleuten eigene kleine Gebetszeiten für eine kurze Stille, für ein Vaterunser, für Gedanken, die mich bewegen, für Dank und Bitte…. im Bewusstsein, dass ich damit mit vielen Menschen auf dem ganzen Erdball verbunden bin in diesem Moment, weil Viele das ebenfalls tun…. 

Und es kann auch gut sein, die eigenen Gedanken und Gefühle, auch die Ängste und Sorgen zu notieren. Das hilft, die Situation anzunehmen, wie sie ist. Das ist der erste Schritt. Aus dieser Karthasis, die mit dem Wahrnehmen des Chaos verbunden ist, könnte eine neue Ordnung entstehen, eine Umwertung der Prioritäten im eigenen Leben und dann auch in der Gesellschaft. Corona wird uns verändern, wenn wir nicht mehr die Verluste beklagen, sondern die Chancen erspüren. 

Neue Denkansätze und Visionen gibt es bereits viele und das macht Hoffnung und Mut. Eine Zukunftsvision, die ich sehr spannend finde, veröffentlichte kürzlich der Zukunftsforscher Matthias Horx unter der Überschrift „Die Welt nach Corona“ (www.horx.com/48-die-welt-nach-corona

Ich habe bei vielen Telefonaten mit Gemeindegliedern mitbekommen, wie tragfähig  Familien – und Nachbarschaftsnetztwerke in diesen Tagen sind. Es gibt die Hilfe und Unterstützung von Nachbarn und Familien-angehörigen. Dafür bin ich sehr dankbar. Dennoch ermuntere ich dazu, Nachbarn anzusprechen – aus der Distanz  – zu telefonieren, sich zu stärken und auch Unterstützung anzufordern, wo es nötig ist. Dafür gibt es u.a. www.nebenan.de, wo wir als Kirchgemeinde mit dem Verein Stadt und Schloss Mutzschen eine Initiative begründet haben, die Bedürftige und Helfer zusammenbringen möchte. Informationen dazu gibt es über www.nebenan.de (Zugangscode: naczo-rarlo).

Wir sind und bleiben miteinander verbunden, auch wenn persönliche Begegnungen bei Gottesdiensten oder Gemeindeveranstaltungen derzeit nicht möglich sind. Ich lade Sie ein, mich anzurufen, oder eine Mail zu schreiben mit ihren Gedanken. Gottesdienste gibt es im Moment über Muldental TV oder das Internet.

Hier die Links zu den Online-Gottesdiensten:

https://frauenkirche-grimma.de/kg-grimma/gemeindeleben/gottesdienste/
Sonntag, 29.03.2020 Judika 10.00 Uhr aus der Kirche in Mutzschen
Palmsonntag, 05.04.2020 10.00 Uhr aus der Kirche in Höfgen
Karfreitag, 10.04.2020 10.00 Uhr aus der Kirche in Grethen
Ostersonntag, 12.04.2020 10.00 Uhr aus der Kirche in Nerchau

Zu sehen die die Gottesdienste bei Muldental-TV, auf der Facebook-Seite von Muldental-TV und bei Youtube

https://www.kirche-im-leipziger-land.de/ (Aus Borna mit Regio-TV; Sonntag ab 10.00 Uhr)

 https://www.evlks.de/aktuelles/gottesdienst-im-live-stream/ (Livestream der Landeskirche, Sonntag ab 11.00 Uhr)

Auf eine wirklich gute whatsapp – Aktion zur Fastenzeit möchte ich nochmals aufmerksam machen. Die Initiative anders – wachsen schickt täglich wunderbare kleine spirituelle Impulse aufs Handy, die mir sehr gut gefallen. Man braucht nur eine whatsapp an die 015162732673 zu schicken.

 Ihr Pfarrer Henning Olschowsky